Was die Stechpalme mit dem Niederrhein und Harry Potter verbindet und mehr.

Der Baum des Jahres 2021 in Deutschland ist die europäische Stechpalme, auch bekannt als Ilex (aquifolium), Hülse, Stecheiche, Winterbeere, Christdorn u.a.

Neben Efeu, Buchsbaum und Eibe ist der Ilex eine der wenigen heimischen und immergrünen Pflanzen. Bekannt ist er vor allem als Gartenstrauch oder dekorativer Weihnachtsschmuck. Meist wächst er strauchartig und wird in der Regel 6 bis 8 Meter hoch.

An den weiblichen Pflanzen bilden sich im Herbst die knallroten Früchte. Die Blätter und seine Früchte sind für den Menschen giftig. Die Pflanze wirft ihre Blätter einzeln ab, sie haben jeweils eine Lebensdauer von 2 bis 3 Jahren.

Warum wurde die Stechpalme in Deutschland zum Baum des Jahres gewählt?

In Deutschland finden wir diese Baumart vor allem im Westen und Norden. Als Folge der steigenden Wintertemperaturen verbreitet sie sich aktuell weiter nach Norden und Osten. Sie ist ein Baum, der von den höheren Temperaturen im Klimawandel profitieren kann. In Wäldern kommt die Strauchform vor.

Wozu die Stechpalme im Laufe der Zeit diente und warum sie unter Naturschutz steht:

Schon die alten Kelten und Germanen schmückten zur Wintersonnenwende ihre Wohnungen mit den immergrünen Stechpalmenzweigen zum Schutz von Haus und Hof. Diesen Brauch übernahmen später die Christen. 

Die Stechpalme ist keine Palme. Die Dornen an den Blatträndern stehen für den ersten Teil der Bezeichnung. Der zweite Teil weist auf die Verwendung der christlichen Tradition zu Palmsonntag hin. Da nicht überall Palmen zur Verfügung stehen, werden oft Zweige von Weiden, Buchsbaum oder Stechpalme genutzt und als „Palm“ geweiht.

Als einheimischer Waldbaum steht der wildwachsende Ilex in Deutschland seit 1935 unter Naturschutz und darf entsprechend weder gepflückt, beschnitten, noch ausgegraben werden. Seine Zweige waren eine Zeit lang so sehr in Mode, dass die Pflanze geschützt werden musste. 

Warum mich der Ilex bzw. die Hülse inspiriert hat, diesen Beitrag zu schreiben und was der Baum des Jahres 2021 in Deutschland mit Harry Potter zu tun hat:

  1. Der Niederrhein ist meine Heimat. Das stärkste Exemplar mit einem Umfang von ca. 2 Metern und einer Höhe von 12 Metern steht in Emmerich am Niederrhein. Man schätzt sein stolzes Alter auf ca. 260 Jahre.
  2. Die Stechpalme lässt sich sehr gut beschneiden, daher wurde die Hülse von alters her als Hecken- und Zaunpflanze kultiviert und angepflanzt. Ihre immergrünen Blätter bildeten auch im Winter eine undurchsichtige Hecke. Ein Grund, warum Höfe oft von Ilexhecken umgeben wurden. So entstanden auch Namen für Siedlungen und Orte. In unserer Gegend spiegelt sich das in Bezeichnungen, wie Hülser Berg, Moers-Hülsdonk, dem Nachnamen Hülsmann, Hülsberg etc. wieder.
  3. Die Stechpalme stärkt die Abwehrkräfte und hilft bei Husten. Auch bei den Bachblüten findet sich die Stechpalme als Nr. 15. Die Blütenessenz „Holly“ bringt u.a. Liebe ins Herz, sorgt für Mitgefühl, Verständnis und Verbundenheit mit den Mitmenschen. In Zeiten von Corona passt die Wahl des Baumes für 2021 perfekt.
  4. Das Holz wurde lange Zeit für Werkzeugstiele, Spazierstöcke und für Drechslerarbeiten verwendet. Und auch Harry Potters Zauberstab war aus Ilex. Genau wie zwei Spazierstöcke Goethes, die in seinem ehemaligen Wohnsitz in Weimar zu besichtigen sind.

Toll, was man alles herausfindet, wenn man neugierig bleibt. Ich kannte die Bezeichnung „Hülse“ lange nicht. Das erste Mal habe ich während einer geführten Niederrheinwanderung davon gehört. Als ich jetzt von der Wahl zum Baum des Jahres hörte, erinnerte ich mich und recherchierte ein bisschen rund um den Ilex. Ich bin überrascht, was es alles Interessantes zu entdecken gibt.

Bleibt neugierig und gesund!

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